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rueckseite vorderseite

Als ich aus meinem Urlaub zurück an meine Arbeitsstelle kam, lag da eine Postkarte, die an mich adressiert war:

Lieber Urenkel

herzliche Grüße aus dem
Fort Belfort wo wir dieser
Tage stationiert sind.
Ich denke oft an meine Lieben
zu Hause.
Inzwischen müsstest du ja schon
sehr viele Briefe von mir erhalten haben
Dein Urgroßvater E. Trimpop

 

Abgestempelt als carte postal militaire – vielen Dank für diese Karte!


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sterbeurkunde
Sterbeurkunde – ausgestellt am 8. März 1916
rentenbescheid
936 Mark jährlich – monatliche Rente von 78 Mark

 

sterbetafel_oberrahmede
„Wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen.“
ernst_trimpop
Nachforschungsauftrag beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
lydia
Lydia ca. 1924 (*1880 – † 1956)
egon
Egon 1917 (*1903 – † 1944)
marga
Marga 1918 (*1905 – † 1972)

Weitere Soldatenschicksale aus dem 1. Weltkrieg werden von Stéphanie Trouillard auf Twitter zusammengestellt.


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Meine liebe Lydia!

Heute schon wieder einen Brief. Es ist zwar Montag und doch eigentlich Sonntag für uns, weil diesen morgen um 8 Uhr schon Gottesdienst durch einen kath. Pfarrer. Er sprach sehr eindrucksvoll. Mit dem Liede: Großer Gott wie loben dich begann der Gottesdienst und endete mit: Deutschland, Deutschland über alles. Im Anschluß verlas der Pfarrer für die kath. Mannschaften, die evangelischen konnten abtreten, noch eine Messe. Auf fiel mir, daß er 2mal das „Unser Vater“ betete, einmal für uns und einmal für unsere lieben [sic] in der Heimat, und dabei den Schluß des Gebetes, denn dein ist das Reich , u.s.w. wegließ. Die Katholiken kennen das wohl nicht anders. Jetzt ist es 10 Uhr durch. Diesen Morgen war ich schon auf ein paar Minuten bei Speckenbach. Nach W… wollen wir heute Nachmittag, gestern hatte er keine Zeit. Die Comp. hat Dienst Zielen. Ich war auch mit angetreten. Der Comp. Führer hieß mich wieder wegtreten und sagte, zu diesen kleinen Diensten brauchte ich gar nicht erst zu kommen. Sehr freundlich, nicht wahr! Ich werde mich in Zukunft gerne darnach richten. Daher kann ich Dir jetzt in Ruhe diesen Brief schreiben. Denn wenn alle hier sind, ist es manchmal nicht so ganz ruhig. Denke Dir, alles junges Blut im Höchstalter von 26 Jahren. Ich bin als „Alter“ da ganz allein zwischen, aber im übrigen komme ich ganz gut aus. Ich muß sagen so etwas Respekt macht der Bart doch. – Gestern erhielt ich deinen „ausnahmsweisen“ kleinen Brief vom 22ten und das Paket mit Kuchen, Bonbons etc. Der Kuchen hat gut gemundet und habe ich ihn gestern Nachmittag und diesen morgen Brief zum Kaffee gegessen. Und ihr, im Frauenverein, wollt schon wieder für die Soldaten zum Winterfeldzug arbeiten. Gewiß ganz schön, aber wir möchten den Winter nicht noch mal durchkosten und vorher Frieden haben. Doch Vorsorge ist nötig. Ich muß sagen, daß in letzter Zeit sonst viel Wäsche: wie Hemden, Unterhosen, Strümpfe in der Comp. reingekommen sind. Ueberhaupt fast die ganze Compagnie fast neu eingekleidet sind. Du solltest mich jetzt mal sehen in meiner ganz neuen Kleidung, so gut, als wie zu Beginn des Krieges. Viel zu gut für den Schützengraben. Ich denke R. wird wohl das allernötigste regeln können, viel ist ja in 3 Tagen nicht zu machen. Bei nächster Gelegenheit werde ich noch einmal Bilder machen lassen und sollen dann Elinghaus dann auch eins haben und dann mit Augen. Morgen früh geht es dann voraussichtlich wieder in den Schützengraben, vielmehr erst an den Knüppeldamm. Nun weiß ich aber auch bald nichts Neues mehr. Wie sieht das denn mit Gartenfristen aus? Ist alles gut geraten. Frische Kartoffeln habt Ihr doch gewiß auch schon gehabt? Heute Mittag wollen wir uns auch mal wieder etwas Kartoffeln kochen. Bohnen, die einer geschickt bekommen hat, und 2 Konservenbüchsen dazu warm machen. Wie es dann geschmeckt hatte, schreibe ich Dir morgen. 10 ȹ Kartoffeln kauften wir und zu 6 ₰ pro Pfund bei einem Bauern auf dem Gehöft. Die Leute hier so dicht hinter der Front können wir wirklich nicht von Barbaren sprechen. Alles was genommen wird, wird bezahlt und das ganze Vieh hat man ihm gelassen (8 Kühe). Unsere Feinde würde es wohl nicht getan haben. Nun grüße Remscheids, unsere l. Beiden. Besonders sei Du allerbeste herzlichst gegrüßt und gek[üßt] von
Deinem Ernst


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Am oberen Knüppeldamm, den 3. Juli 1915
Villa zur Schrapnellecke No 13

Meine liebe Lydia!

Gestern Nachmittag empfing ich Dein Kärtchen vom 26.v.M. und 1 Paket mit Süßigkeiten (Bonbons, Pfefferminz, Honig, Waffeln und Chokolade) vom Kriegerverein. Aus unserer 3. Bereitschaft sind wir heute Morgen um 5 Uhr nach hier, in die 2te Bereitschaft gekommen. Als erster begrüßte uns heute Morgen beim Antreten, durch einen „gute Morgen Musketiere“ der kommandierende General v. Deimling. Er war mit dem Auto gekommen und wird wahrscheinlich die Stellung besichtigt haben. Wie Du auf der heute morgen geschriebenen Postkarte gesehen hast, hatte soeben Besuch von Ellys Bruder Carl. Wir haben uns dann einige Stunden gut über allerhand unterhalten, zusammen gefrühstückt und dann mußte er zu seiner Comp., die hier in der Nähe Schanzarbeiten macht, zurück. Er meinte, morgen oder übermorgen wieder nach Kortrick zurückzukommen und dann bei dem nächsten Ersatz wieder in unser Regiment zurückzukehren. Er hat an Gewicht ziemlich verloren, obwohl er eigentlich nichts oder wenig zu verlieren hatte. – Es ist gut, daß Raab noch den Nachurlaub bekommen hat, er wird dann noch manches regeln können. Wenn ich so keinen Urlaub bekomme, was ich wohl bald erfahren dürfte, können wir deshalb ja mal eine geschäftliche Reklamation machen. Aber 4 Wochen, wie der Rapp [?] sagt, vollständig ausgeschlossen, mit 14 Tagen will ich gut zufrieden sein. Heute Morgen reine Wäsche erhalten von der Comp. Wäscherei. Nachmittag will ich mal baden und dann ist dem Körper wieder Genüge geschehen. Heute ist es wieder furchtbar schwül. Mit den Fliegen muß man sich hier geradezu schlagen. Im übrigen ist die Lage unverändert, die Offensive scheint wieder nicht zu kommen. In den Argonnen wurde heute Morgen wieder 1 Erfolg: 200 Offz, 1700 Mann und Kriegsmaterial soll die Beute sein. Wahrscheinlich bleibe ich 3 Tage hier liegen und dann geht es wieder in die alte Stellung. Morgen ist ja Sonntag und werde ich Dir dann auch einen Brief zukommen lassen können. Für heute weiß ich nichts mehr. Ich hoffe Euch noch alle gesund, bei mir ist auch noch alles in der Reih. Will jetzt noch dem Kriegerverein schreiben und auch Lisettchen in Wiblingwerde erwidern. Grüße mir Remscheids. Auch Gruß und Kuß für unsere l. Beiden. Besonders herzliche Grüße und Kuß, allerbeste
Dein Ernst


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Meine liebe Lydia!

Unser Radfahrer brachte mir gestern Deinen Brief vom 7. cr mit der anliegenden Karte von F.W. Auf Deinen Brief folgendes: Gestern Nachmittag nach Erhalt Deines Briefes war ich auf der Suche nach dem Gefreiten Ruhs in der 6. Comp. Dieser ist jedoch dort unbekannt und muß er wohl in einer anderen Comp. sein. Dann wird Hugo Tr. wohl auch schon in allernächster Zeit mitten im Kriege drinstehen. Den beiden Herren Humpert und Sassenberg sind auch nicht so gesund als wie sie aussehen. Unter Umständen haben beide ein gefährliches Leiden. Hoffentlich ist dort jetzt auch der ersehnte Regen eingetreten. Es ist gut, daß Du noch keine Zitronen-Essenz geschickt hast. Es ist nicht nötig. Ich bekomme hier jetzt soviel zu trinken wie ich nötig habe. Am Tage wird um 8 und 2 und 4 Uhr Kaffee oder Tee gereicht. Dann des Nachts um 3 Uhr noch mal. Letzterer wird in 2 großen Kochkisten für die Nacht verwahrt und ist des Morgens noch so warm, als wie er Abends empfangen wird. Doppelkorn schicke auch mal weiter keinen, denn er ist doch bei dieser Jahreszeit zu warm zum trinken. Dagegen wünsche ich mir mal 1 Dose Marmelade oder Gelee für Brotaufstrich. Die Dosen mußt Du aber so wählen, daß ich die nach Gebrauch wieder schließen kann, um sie wieder in den Tornister verpacken zu können und daß ich mehrere Tage davon haben kann. Das Zeug darf nicht zu dünn sein, dann geht das ganz gut. Und wünsche ich mir mal ½ Dtzt gekochte frische Eier: Man hat hier so besondere Kartons dafür, aber man kann diese nicht so verpacken im gewöhnlichem Paket. Allerhand Wünsche, was? Bei der nächsten Ruhe und dem nächsten Lohntag, der wohl morgen Sonntag ist, schicke ich Dir 30 M zu. Habe in letzter Zeit viel Geld für mich gebraucht. Eigene Mütze, Freibier, Bilder, Gamaschen zum Wickeln, in Werwick die Tage Mittags und Abends warm gegessen etc. Aber jetzt denke ich doch Dir mindestens auf jeden Lohntag 15 M zu schicken. Einen Steuerzettel wird man uns auch nicht schicken. Wovon sollen wir die bezahlen? Hast Du wegen Niederschlagung der vorjährigen Steuer schon eine Eingabe gemacht? An Otto W. will ich auch mal ein Kärtchen schreiben. Unsere Bilder, vielmehr meine, sind mal wieder nicht geraten, der Bildermacher hat mir das beiliegende gemacht. Muß noch mal zum Abnehmen hin. Speckenbach schickte mir dies durch unseren Radfahrer mit. Im übrigen wüßte ich sonst nichts besonderes zu berichten. Die Nacht ist ganz ruhig verlaufen. Diesen morgen hatten wir schon einiges Artilleriefeuer, doch alles ging, was für uns die Hauptsache war, vorbei. Ich habe geschlafen von heute Nacht, vielmehr vergangener Nacht um 12 Uhr bis diesen Morgen gegen 10 Uhr. Das heißt nicht an einem Stück, wie ich das zu Hause kann, aber doch ziemlich ungestört. Habe dann gefrühstückt, Kaffee dazu, Butterbrode mit dem letzten Muhlen-Gelee-Aufstrich. Jetzt weiß ich aber nichts Neues mehr. Heute aber sehr schönes Wetter wieder, und dabei ziemlich schwül. Hoffe, daß Ihr noch alle recht gesund und munter seid. Ich bin noch wohlauf. Dann weiter mit Gott.
Sei Du, und unsere lieben Beiden, herzlichst gegrüßt und tausendmal geküßt von
Deinem Ernst
Gruß an Remscheids u Elly


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10 Tage Heimaturlaub bis 14./15. April 1915
(nachzulesen in der Post vom 18.April)


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Meine liebe Lydia!

Heute morgen empfing ich Deinen, und Egons Brief vom 27.v.M. Desgl. die beiliegende Karte von Fr. W. Viel Neues weiß ich nicht zu berichten. Seit gestern Nachmittag sind wir wieder aus dem Alarmzustande, und werden wir morgen früh, wie sonst, unseren Gang in die Stellung antreten. Heute sandte ich ein Paketchen mit schmutziger Wäsche, wie Pulswärmer, 1 paar Strümpfe, Unterhemd, Leibbinde, Kniewärmer etc, an Dich ab. Von diesen Sachen will ich aber nichts mehr retour haben. Desgleichen werden ich noch Mark 30,00 an Dich heute absenden. Von meinem Urlaub noch nichts weiter gehört. Du erwähntest die Suppenwürfel. Das waren wohl meine Würfel mit, die der Kamerad mit den seinen zusammen gekocht hat. Bei Gelegenheit kannst Du ruhig 1 oder 2 Würfel mitschicken. Ich kann oben im Graben ganz gut damit aushalten. Ich glaube daß ich den Pudding gebrauchen kann, wenn nicht, bekommst Du Nachricht darüber. Heute haben wir ausnahmsweise warmes Wetter. Die Nacht hatte es aber noch tüchtig gefroren. Soeben war Speckenbach noch bei uns, wußte aber auch nichts besonderes zu berichten. – Es werden wohl in diesem Jahre die Feiertage für Dich sowohl wie für mich sehr einsam sein. Wie anders war es die früheren Jahre. Freuten wir uns doch mal einen gemeinschaftlichen Besuch oder Ausflug mit den Kindern machen zu können. Manchmal giebt es auch hier Momente wo man keinen Schuß hört und man meint im tiefsten Frieden zu leben. Doch das Erwachen kommt dann meistens sehr schnell. Doch hoffen wir, daß wir wenigsten die Pfingsttage zu Hause sein können. Obs aber wahr wird? Wer weiß es? Einmal muß dieser Krieg dann doch ein Ende nehmen, so oder so. Hoffen, wir mit Gott, daß bald der von allen herbei gesehnte Frieden kommen möge. Ich sprach gestern mit einem Schreiber vom Batl. Der meinte, die Urlaubsgesuche gingen alle bis zum General-Kommando und nähmen ca 14 Tage bis 3 Wochen in Anspruch bis zur Erledigung. Jetzt liegt es bereits 14 Tage vor, müßte also demnach die Entscheidung in den ersten Tagen fallen. Soll mich wundern. Heute bekomme ich meine 4 Seiten, zum erstenmal nicht voll. Doch etwas weiß ich noch: Vorgestern wurde der 12te von den früheren 30ern 1 Comp., Vater von einem Kinde mit allen militärischen Ehren zu Grabe getragen. Auf dem Friedhofe hier liegen ca 150 Mann von unserem Regiment. Die Gräber sind übrigens schön aufgemacht. D.h. mit einem Holzkreuze mit Namen versehen und auch gärtnerisch mit Buchsbaum, Blumen und sonstigen Ziersträuchern bepflanzt. Raab wird noch wohl da sein. Ich hoffe immer noch, daß er im ganzen da bleibt, was fürs Geschäft von großem Nutzen wäre. Wenn mir möglich, aus der Stellung mehr. Sonst aber am 3.Feiertag. Grüße Elly und Remscheids. Auch Gruß und Kuß für unsere lieben Kinder. Nun mit Gott. Besonders herzlichen Gruß und Kuß
Dein Ernst
Nächste Mal werden wir unsere Ruhe wahrscheinlich in Werwick verbringen. Also doch noch alle 4 Seiten voll. Heute Abend wird noch Postempfang sein um 10 Uhr. Jetzt ist es 5 Uhr Nachmittags. Um 6 Uhr ist Löhnungsapell und Einteilen der Comp. für den Schützengraben. Nochmal
Gruß und Kuß Dein Ernst.


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Meine liebe Lydia!

Gestern Abend brachte mir die Post das Paketchen mit Doppelkorn in gut erhaltenem Zustande und einen Brief von Egon vom 19. Außerdem die beiliegende Karte von Dr. Schmalenbach. Von letzterem wirst Du die Kosten dann wohl inzwischen zurückerhalten haben. Heute morgen um 530 waren wir hier zur Ablösung. Habe dann meine Wohnung in Villa „Birkenbank“ für die 2 Tage. Der Name ist von einer vor dem Unterstand stehenden Sitzbank aus Lerchenholz abgeleitet. Liege mit 2 Untfz zusammen darin. Mehr Platz ist nicht drin. Der eine und ich sind am Brief schreiben, der andere macht Brennholz und stocht. Ein Kochgeschirr mit Wasser steht auf dem Ofen, wovon Bouillon gekocht werden soll. Es ist jetzt ½ 3 Uhr. Heute ist sehr nebliges Wetter mit feinem Sprühregen. Geschossen wird wenig. 5 oder 6 Granaten gingen vor ca. 1 Stunde über die Deckung weg, und schlugen ca. 100 m hinter uns en. Das war alles. Gestern Nachmittag waren die ev. Mannschaften zum Hl. Abendmahl nach Danpriel [?]. Ich war auch mit. Es war freiwillig. Eine kleine Passionsfeier ging der Feier voran. An der nahmen teil: unsere Comp., 1 Comp. der 105 und Pioniere. 2 Pastöre walteten ihres Amtes, der eine reichte das Brod [sic], der andere den Kelch. Du nimmst doch auch dort am Charfreitag am Hl. Abendmahl teil. Hoffentlich will es Gott, daß wir für später wieder zusammen daran teilnehmen können. Charfreitag und die Ostertage werde ich dann im Schützengraben zu bringen [sic], wenn die Reihenfolge so bleibt, wie es jetzt ist. Mein Urlaubsgesuch muß, so wie mir der Feldwebel sagt, bis zum Generalkommando und dürften dafür bis zur Erledigung noch einige Tage verstreichen. Schön wäre es, wenn ich die Ostertage mit Euch verleben dürfte. Gestern gegen Abend spendete unser Comp. Führer, wie Dir bereits geschrieben, für die Untfz und Gefreiten ein Fäßchen Bier. Um ½ 9 Uhr hatten wir dann noch eine Belehrung über die Anwendung eines Mittels gegen Erstickung. Dieses wird bei evtl Sturm auf Ypern Anwendung finden. – Soeben ein Stück Pfannkuchen gegessen. Meine Gruppe, die dicht neben mir liegt, brachte für jeden ein Plätzchen. Gleich giebts eine Tasse Cacao. Erst sollte es Bouillon sein, ist aber wieder anders überlegt. Wollte eigentlich heute einen Fasanenbraten haben. Wir sahen heute morgen welche, sie hielten jedoch nicht solange still, bis wir schußfertig waren. Und ist also so der Braten weggeflogen. Gegen 10 Uhr Abends gestern, war ich noch auf einen Augenblick, direkt nach Postempfang, bei Speckenbach. Er glaubte morgen oder heute früh nach Werwick zu kommen. Falls die Bilder für mich gemacht sind, bringt er sie mit. Auch meine Wäsche bringt er mit. Ich hole dann alles bei meinem Zurückkommen bei ihm ab. Sonst weiß ich nichts neues zu berichten. An die Kinder will ich noch 1 Kärtchen schreiben und Ihnen einen Empfangsbestätigung über das Paketchen schicken. Denn Gott befohlen. Grüße unsere lieben Kinder. Vor allem sei Du vielmals gegrüßt und herzlich geküßt von Deinem
Ernst!
Gruß an Elly und Remscheids.


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Meine liebe Lydia!

Gestern Abend empfing ich mit der Post Egons Brief vom 19 und die Hagener Zeitung. Heute Morgen hatten wir 2 Stunden Exerzierdienst und um 1 Uhr ist noch mal Apell. Jetzt ist es 12 Uhr. Im übrigen werden heute Nachmittag Vorbereitungen für Kaisers Geburtstag getroffen. Morgen ist Parade. Den 31. werden wir zum 1.Male wieder in Stellung gehen, wie es heißt. Will mal sehen, ob ich Briefpapier nachher bekommen kann, will dann Marga auch einen Brief schreiben. Freitag marschieren wir hier wahrscheinlich ab. Sonst alles wohl, hoffe auch dort. Herzl. Grüße und Küsse, Dein Ernst


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Meine liebe Lydia!

Heute sollst Du auch mal etwas von mir hören. Den 1. morgens um 4 Uhr rückten wir aus zu den Schützengräben und heute morgen um 6 Uhr wurden wir abgelöst. Direkt auf dem Wege nach dort erhielten wir die Feuertaufe. Ein Mann wurde durch Schenkelschuß verwundet. Bevor wir die Schützengräben erreichen, müssen wir einen ca 1 km langen Zulaufgraben passieren, welcher ständig unter feindlichem Feuer gehalten wird. Unsere Stellungen liegen im Walde, sind fest verschanzt und bis auf 15,00 m an einigen Stellen an den feindlichen Stellungen. Die ersten 2 Tage waren wir in Reservestellung, und die beiden letzten Tage in vordersten Stellungen. Jetzt haben wir 2 Tage Ruhe und dann geht es wieder 4 Tage dahin. So wechseln die einzelnen Comp. Wir hatten im ganzen 2 Verwundete in unserer Comp. Das Schlimmste ist hier das Wasser. Ständig muß Wasser aus den Gräben gepumpt oder geschöpft werden. Das Idyll der Gräben, worüber viel in den Zeitungen geschrieben wird, fehlt hier vollständig. Die Verpflegung ist sonst ganz gut. Doch ist das Mittagsessen manchmal recht kalt, da infolge der Artillerie die Feldküche ziemlich weit zurück ist und zudem liegt unsere Stellung ganz auf dem Berge. Die ganzen Dörfer und auch Waldungen sind hier mit dem Erdboden gleich gemacht. Hoffentlich nimmt die Sache bald eine günstige Wendung für uns. Wie ist es eigentlich sonst mit Siegen, ob, auf unserer Linie? Man hört hier rein garnichts von der Welt. Hoffentlich bekomme ich auch bald Post von dort. Schicke mir mal etwas Schokolade, Kniewärmer könnte ich auch gebrauchen. Fleisch und Wurst schicke nicht, das giebt es hier reichlich. Heute schickte ich Dir 60 M zu. Ich weiß hier mit dem Gelde nichts anzufangen. Arrak, Punsch [?] oder sonst Essenz schicke mal ab und zu. Wir können in den Gräben uns Wasser dazu kochen und kann er dann am Erwärmen helfen. Sonst nichts Neues. Schreibe ausführlich, so Gott will, mal alles. An Urlaub ist hier jedoch nicht dran zu denken. Sonst alles wohl, hoffentlich auch dort. Dann mit Gott und herzl. Gruß und Kuß, auch für unsere Kinder
Dein Ernst

Während wir das letzte mal unsere Ruhe in Scheunen hatten, logieren wir heute in einer Baracke. Morgen gehen wir nach Werwick zum Baden. Waschen kann man sich in den Tagen nicht.
Ein Paketchen Kerzen schicke bitte auch. Es ist das einzige Licht, was wir hier haben.
Gruß an Alle.