Lieber Ernst!

Gratuliere, wenn auch recht spät, zu Deinem Degen, um etwas mehr Löhnung, aber auch mehr Verantwortung. Halt Dich gesund, so wird auch das gehen.
Habe sehr schlechte Zeit, grade ein Pferd in der Schmiede u. kein Mann hier.
Hedw. fort. Mariechen fort. Diedr. zur Inftr geschrieben.
Der Herr mit Dir
Wilhelm
Brake, d. 29.6.15

[Briefkopf Raab und Trimpop]
Oberrahmede, 30. Juni 1915

Lieber Ernst!

Meine Karte aus meinem Urlaub wirst Du inzwischen erhalten haben. Wir wollen hoffen daß auch der Brief Dich bei völliger Gesundheit antrifft. Habe noch bis zum 3ten Juli Nachurlaub erhalten. Es wird wohl der letzte sein bis ich ausrücke. Hier sind wieder viele gefallene der Sohn von H. Meyer der älteste, hörte heute morgen soll auch gefallen sein. Kölsche Kuhlenkepig, Chr Emde Lüd und noch viel, die Dir nicht bekannt sind. Sonntag müssen von hier wieder viele in meinem Alter zur Garnison. Sobald ich ausgerückt bin, werde Dir schreiben, wo ich hingekommen bin. Ich habe nun die Tage dazu benutzt alles nötige noch zu vergeben. Den Schuppen habe ich für 5200 Mark verkauft. Die Bücher von Deiner Schwägerin eingelöst und ihr dieselben und gekündigt. Die Rechnungen pro Mai Juni sind an Enders Drahtwerke und Dr.Hofmann abgegeben. Es sind ca. 800,- im Tagelohn. Die kleinen Posten habe ich gelassen. Plate hat 150,- Mrk gezahlt. Gestern und heute bin ich bei Dr.Hofmann und klebe das Dach. Wengenroth fängt heute in der Ratmecke mit putzen an. Bei Dr.Hofmann ist so ziemlich alles fertig. Bei Enders müssen wir die Ueberwölbung doch noch fertig stellen. Die Mat[erialien] liegen alle dort und wollen die Ta [?] es gemacht haben. Sobald die Arbeit dann fertig ist, soll Schluß gemacht werden. Ich hatte die 800,- Mark für unsere beiden Frauen vorgesehen und erhalte soeben Klagen vom Wechsel Strücken. Ich hatte Ihm vor 14 Tagen geschrieben, daß wir beide fort wären, er möchte den Wechsel einlösen. Werde Ihn morgen decken. Ebenfals [sic] einen von Boneval. Wenn die Ueberwölbung fertig ist, giebt es doch wieder Geld von Enders und können Clara und Lidia [sic] sich dann etwas nehmen. Die Abrechnung von Dr. Hofmann kann ich nicht fertig stellen. Hoffentlich kommst Du einmal in Kürze in Urlaub und kannst Du dann vielleicht noch etwas regeln. Sonst ist noch alles beim alten. Schreibe mir gleich wieder an meine alte Adresse. Wir werden mit dem [?] Depot ausrücken. Die Kaserne ist voll bis aufs äußerste.
Sei recht herzlich gegrüßt auf ein sonniges Wiedersehn
Dein Carl u Clara [Raab]
Erich kommt vielleicht auch heute Abend auf 14 Tage Erholungsurlaub.

Lieber Ernst!

Dein Schreiben vom 9.6. + 5.6. kam in meinen Besitz, meinen Dank. Samstag bis Montag war Clara & Adele bei Erich zu Besuch. Es geht Ihm bald besser. Er liegt aber noch. Ich habe vor, von meinem Schw. Vater der jetzt wieder sehr mit Gicht zu tun hat, ein Gesuch an mein Batl. zu richten um 10 – 15 Tage auf Landwirtschaft. Es gehen hier alle Gesuche die in dieser Form eingehen durch. Ich will mich dieserhalb mit Gustav benehmen und hoffe daß es gelingt. Ich werde dann mit der Fa wegen des Schuppens Rücksprache nehmen und werden dann den Schuppen rumschlagen kann es gehen wie es will 5 Mill bekommen wir immer. Wer weiß wie es gehen kann mit dir und mir in 3 – 4 Wochen werde ich wohl draußen sein. Sein einigen Tagen tägl durch den Major Besichtigung gestern u heute sind bei uns wieder neue Rekruten angekommen etwa [?] 600 – 800.
Heute erhielt ich von Strunden Nachricht ein Wechsel ist protestiert, wurde Ihm morgen schreiben, das [sic] wir beide fort seien und läge das Geschäft lahm. Infolge des anstrengenden Dienstes könnte ich mich wenig oder gar nicht ums Geschäft kümmern. Die Bachüberwölbung bei Enders soll fertig gestellt werden der Cement liegt schon lange dort. Dann machen wir alle zu. Es hat gar keinen Zweck mehr. Mit Funke die Sache ist erledigt.
Die 3 nachbestellten Fenster bringe ich in Rechnung. Wegen der Stuckarbeiten habe ich noch nichts gehört und werde auf Nachricht warten und dir dann berichten gleich wird abgefragt und muß schließen. Wir haben jetzt in der fruchtbaren Hitze viel zu leiden im übrigen sehr strengen Dienst.
Sei vielmals gegrüßt
Dein Carl
Schreibe bald wieder

Lieber Schwager!

Deinen lieben Brief haben wir erhalten und uns sehr gefreut, das [sic] Du noch gesund und munter bist, welches ich auch von hier berichten kann. Lieber Schwager, wir senden Dir zwei Paketchen, laß Dir selbige gut munden. Lieber Schwager mein Bruder Wilhelm liegt in Frankreich er schreibt immer aus Bauvin, in welcher Richtung das liegt weis [sic] ich nicht und Bruder Ernst ist in Meschede und Bruder Emil ist in Grevenbrück, Bruder Bernhard ist bei die fahrende Feld-Artillerie und Gustav bei die Infanterie gezogen. Lieber Schwager der Krieg wird wohl bald ein Ende nehmen und Ihr lieben tapferen Krieger wieder in eure Heimat zurückkehren. Lieber Schwager hiermit will ich schließen in der Hoffnung, das dies Schreiben Dir bei so guter Gesundheit antrifft wie es uns verlaßt.
Viele Grüße von uns allen und denn noch einen besonderen Gruß von meinen Vater.
M. l. L.!

Lüdenscheid, 15.5.15

Geehrter Herr Trimpop!

Ich bin augenblicklich in Lüdenscheid auf Urlaub, habe 14 Tage bekommen am 20. ds. muß ich wieder da sein, wir liegen augenblicklich in Zuran [?] in Belgien. Ich war diese Tage im Geschäft, bin bei Ihrer Frau gewesen, Kuschamstel [?] war um Granaten Richten [?] machen sorgt also auch für Herrn … [?] Raab ist augenblicklich auch auf Urlaub. 25. Pionier muß am 2. Pfingsttag wieder da sein. Hoffentlich kommen wir bald zu einem ehrenhaften Frieden und wir alle wieder in die Heimat. Viele Grüße sendet Ihnen aus der Heimat Reins

Vorhalle, den 14.5.15

Lieber Onkel Ernst.

Ich erlaube mir auch mal ein Kärtchen zu schreiben wie es uns geht. Wir sind noch alle Gott sei Dank gesund, was ich von Dir auch hoffen kann. Heute ist Karl in die Ziehung gewesen, ist auch fest geworden. Er ist bei Infantrie [sic] Felddienst fähig. Es grüß [sic] Dich herzlich von uns Alle an Dich
Ida Wilke.

Wenn es Dir die Zeit erlaubt schreibe bitte mal bald wieder. Hier ist augenblicklich schlechtes Wetter

Lieber Schwager!

Deinen Brief habe ich vorige Woche schon erhalten und auch gelesen, das Du so ein Päckchen zum Rauchen gut gebrauchen kannst deshalb werde ich Dir noch einmal ein kleines Paketchen schicken damit Du über Ostern was zu tun hast hoffentlich wird es wohl nicht mehr alzulange dauern bis Ihr Alle wieder hier seid denn 8 Monat Krieg ist schon eine lange Zeit und wer weiß wie lange es noch dauert wir wollen aber nicht verzagen denn der alte Gott lebt noch Er hat so weit geholfen wird auch noch weiter helfen
Wir haben hier noch immer kaltes Wetter auch noch stellenweise Schnee es soll noch wohl etwas dauern bis wir mal in den Garten gehen können nach Ostern wollte ich Lydia auch helfen den Garten fertig machen soll noch eher sein wie meinen Garten das macht aber nichts denn meinen Garten ist blos 2 Tage Arbeit. Am Sonntag waren wir in Hohenlimburg Lydia mit Familie blos Du nicht und ich mit Familie. Gestern ist der alte Heinrich Hülle aus Eilerde gestorben und wird Donnerstag Beerdigt [sic] dann soll Emil u. Lisette aus Hohenlimburg auch wohl rauf kommen.
In Nachrodt haben wir auch ein Stückchen aus Rußland, nämlich gefangene Russen, die müssen da im Steinruch arbeiten.
Sonst nichts Neues, schreib bald wieder.
Hier im Dorfe haben sich die Männer geeinigt, das Sie abwechselnd des Nachts Wache stehen, immer 2 Mann, weil mal Einbrecher im Dorfe waren, haben bis jetzt noch niemand erwischt.
Nun Gott befohlen bis auf Wiedersehn.
Gruß von unserm Vater und Alle unten aus dem Hause.
Vater meinte neulich mal, wenn er Geburtstag hätte, würdet Ihr wohl wieder hier sein, was meinst Du?
Wir wollen Alles in Gottes Hand stellen. Er hat bis jetzt geholfen wir auch wohl weiter helfen.
Gott befohlen bis auf Wiedersehn
Gruß Elise
Bitte die Zetteln zu lesen und weiter zu geben

Lieber Freund Ernst!
Besten Dank für deine l. Zeilen, welche ich am 30.10.14 erhielt. Glaub doch ganz bestimmt, daß du kollossal im Tran gewesen bist, besehe bloß die Adresse vom Brief, daraus siehst du, wie bekannt du unsrer Comp. bist, sonst hätte ich deinen Brief nicht erhalten.
Ich habe Aussicht, noch lange hierzubleiben, die Arbeit, die im Festungsbezirk schon still gelegt war, wird mit aller Kraft auf einmal fortgesetzt, kannst glauben, daß das bei dem schlechten Wetter kein Vergnügen ist, es wird schon zu kalt bei dem Regen. Hier erhalten alle Mannschaften nur 33 Pf. Eine Löhnung, von der man nicht leben kann.
Dein Bart ist gut gewachsen, so siehst sehr ernst aus und machst deinem Namen volle Rechtfertigung. G. Nachrodt hat 6 Wochen Urlaub, hoffentlich bekommst du auch bald Urlaub, denn das tut immer richtig gut, wenn man mal aus der Zwangsjacke heraus kommt. Ich lasse diese Woche wieder ein Urlaubsgesuch einreichen, hoffentlich mit Wirkung.
Heute Nachmittag geht’s wieder nach Mainz, des Samstags Abend giebts immer Sonntagsurlaub nach Frankfurt, Wiesbaden, Mainz oder sonst in der Umgegend. Alfred Keil ist auch bei mir im Quartier, ich soll dich vielmals grüßen, auch von E. Klinker, mit dem Ausmustern giebts nichts, er muß jetzt wieder Dienst tun. Wenn wir hier wegkommen, werden wir wahrscheinlich in die Kaserne geführt, soll mich bloß wundern, wo wir Weihnachten feiern, an zu Haus feiern habe ich aufgegeben. Bestellt viele Grüße an Speckenbach und Wilh. Schnickmann Altena. Sonst wüßt ich Heute nichts Neues. Hoffentlich sehen wir uns bald wieder, wenn nicht, lade ich dich zu meinem Geburtstag ein, dann wollen wir hier in Gaubischofsheim feiern.
Sei vielmals gegrüßt
Dein Freund Erich.