M. l. Lydia!

Ich empfing Deine Karte vom 19. u. 23. und Brief vom 21. Inzwischen wirst Du ja wohl Post von mir erhalten haben. Es geben ja immer mehr Verwundete dort, doch sind hoffentlich so, daß sie ohne Folgen sind. An Fritz Wilke hatte ich gestern noch eine Karte geschrieben nach Geldern, unter diesen Umständen wird er sie wohl kaum bekommen. Ist Frieda Wilke ist [sic] noch in Witten, oder wo? Du kannst mir Handschuhe stricken, ziemlich zu feldgrau passend, richtig Fausthandschuhe. Im Falle, daß die Kälte einsetzt, werde ich die gebrauchen können. Heute sind hier einige hundert Mann Ersatzreservisten zur Ausbildung bei der Artillerie eingetroffen. Ich denke von Ra in den nächsten Tagen Nachricht zu bekommen und komme dann noch mal auf die bekannte Angelegenheit zurück. Ist Frau Speckenbach eigentlich noch nicht wieder gesund, er klagte mir heute, von ihr seit 14 Tagen nichts gehört zu haben. Er fühlt sich besorgt. Beantworte dies aber im Brief, da er häufig meine Post liest. Heute sind von uns 2 Untfz und 8 Mann zur Kranzniederlegung für den verstorbenen Kameraden nach Metz nach dem Garnisonsfriedhof. Gelegentlich könntest Du mir mal 1 Fläschchen „Tmol“ [?] schicken, da man es vielleicht mal gebrauchen kann. Sonst noch alles gesund. Hoffentlich auch dort. Morgen mehr. Gruß an Remscheids. Herzl. Gruß u Kuß auch für unsere Kinder, D. Ernst.