Meine liebe Lydia!

Deinen Brief vom 14., sowie 2 Karten vom 16. u. 17.10. gestern Abend erhalten. Wie ich auf den letzten Karten erfahre, geht es mit den Kindern, Gott sei Dank, besser. Hat Egon seine frühere Krankheit wieder gehabt und was hat, bzw. was hatte Marga dann? Ich bitte Dich mir genau über den Krankheitszustand zu unterrichten und es ist mir viel lieber, wenn Du mir offen alles mitteilst, als wenn nachher vielleicht etwas Schlimmes kommt. Obwohl ich mir hier meine Gedanken [machen] muß, da ich leider nicht tätig bei der Pflege unterstützen kann. Es wird sich wohl mit Otto Trimpop so verhalten, daß die Postverbindung nicht funktioniert. Ich glaube kaum, daß die [?] so nahe in die Gefechtslinie hineinkommen und ebenso zur Besatzung, allerdings in Feindesland, dienen wie wir. Mit Herrn Ide, das hatte ich schon gelesen in der Verlustliste. Dieser war ganz im Anfang bei unserm Batl. Blieb bei der Einteilung über und wurde dann dem Reserve Rgt. Metz überwiesen. Ich kann von Glück sagen, daß ich bei diesem Batl. bin. Halte aber Elise einige Zeit da, damit sie Dir bei der Pflege behilflich sein kann, sonst muß ich immer noch befürchten, daß Du der Arbeit nicht gewachsen bist. Von Erich Schmeling bekam ich gestern den beigelegten Brief. Du willst wissen, wie der Kuchen etc. gewesen ist. Der Kuchen war tadellos, war ja von Deiner Hand gemacht und auch die Butter hatte sich gut gehalten, war nur zu wenig. Daß ich die Füßlinge und die 2. Hausjacke erhalten habe, habe ich Dir bereits schon bestätigt und wirst Du wohl die Karte inzwischen bekommen haben. Von der Eintracht bekam ich gestern auch 1 Paket mit Tabak und Cygarren. Tabak habe ich jetzt glaube ich 6 – 8 Pakete liegen und komme bis Weihnachten damit aus. Habe gestern 2 P. an meiner Korporalschaft verschenkt. Solange Du jetzt sehr mit der Pflege der Kinder beschäftigt bist, bin ich auch mit kurzen Berichten von dort zufrieden. Obwohl ich ja auch gern jeden Tag am liebsten einen Brief von Dir hätte. Das Paket von der Eintracht schickte Schlüter. Da will ich nun auch noch eben meinen [Dank] durch Karte ausdrücken. Also grüße Elise und sage ihr, sie möchte so lange dableiben, bis die Kinder wieder gesund seien. Klein Ratmecke ist eben hier, besuchte Speckenbach und mich. Grüße Remsch[eids], Raab. Morgen mehr. Herzl. Gruß und Kuß, Ernst.