Meine liebe Lydia!

Heute empfing ich Deine Karte vom 23.8. und Margas Karte. Heute morgen haben wir mal zur Veränderung einen einstündigen [?] Uebungsmarsch [gemacht]. Es war sehr heiß und hat es manchen Schweißtropfen gekostet. Durch die Zeitungen hast Du wohl gehört, daß unsere Truppen sich schon zum Teil dem Herzen Frankreichs genähert. Gestern erhielten wir ein Telegramm, daß unsere Truppen überall die Verfolgung aufgenommen haben und gute Beute machen. Ganz Belgien ist fast ganz in deutschem Besitz und auch eine deutsche Regierung eingesetzt. Die ganze Naturalverpflegung soll von Belgien für unsere Truppen genommen werden. Da unsere Truppen ja überall auf franz. Boden sind, wird für Deutschland die Verpflegung eine leichte Aufgabe sein. Kanonendonner hören wir schon seit gestern nicht mehr, ein Zeichen, daß wir immer vorgedrungen sind. Es hieß heute sogar bis 90 km vor Paris. Sonst nichts Neues. Aber wenn Du die Wäsche allein nicht machen kannst, so laß doch jemanden helfen. Es ist doch nicht gut, wenn Du noch krank werden solltest. Denke an die Kinder. Morgen mehr. Herzl. Gruß und Kuß Dein Ernst.

Speckenbach sagte mir gestern, er hätte von seiner Frau erst einen Brief bekommen. Ich hätte es ihm gerne gesagt, doch ist es besser, er …[?].