Köln-Nippes, 23.Mai 1915
Lieber Herr Kamerad!

Vor einigen Tagen erhielt ich Ihr Kärtchen vom 30.4. durch meine Frau zugestellt und haben mich Ihre Zeilen sehr erfreut. Wie Sie ersehen bin ich auch bei den Preußen u zwar vom 23.4. innere [?] Truppengattung zugeteilt: Große Ruhmestaten konnte ich bis heute noch nicht vollbringen. Es besteht meine ganze Tätigkeit hauptsächlich darin, die Zeit tot zu schlagen, welches ich nach kurzer Uebung meisterlich verstehe. Wie geht es Ihnen, mein l. alter Freund? Hoffentlich bleiben Sie von den kleinen Russen verschont. In der Erwartung, daß Ihnen meine Zeilen in bester Gesundheit antreffen verbleibe ich mit den besten Grüßen Ihr Etlipp [?].
Obergefr. Glippe [?] Landstr Ers Fuhs Artl Batterie 7 A K Köln Nippes

Sillegny, den 9. Okt.14

Lieber Ernst!

Antwortlich Deiner Karte vom 26.und 27. teile ich Dir mit, das [sic] wir hier in Sillegny liegen Abschnitt 3 unmittelbar an der Grenze. Es liegen hier Aug. Inacker, A. Hagedorn, E.Bewerunge u viele mehr von dort. Wir haben die Feuertaufe sehr früh bekommen nämlich schon am 14. Aug. Aber am 7. Okt haben wir ebenfalls ein kleines Gefecht gehabt. Ich bin seit 8 Tagen um Armee Fernsprech Apparat und fühle mich dabei recht wohl. Deine Karte ist 11 Tage unterwegs gewesen von da bis hier, also länger als von Hause. Unsere Arbeit ist alle 2 Tage auch Wache, ich brauche ja augenblicklich keine mehr zu machen. Ich kann Dir, sagen die Gefechte bin ich satt. Das ist doch nichts genaues. Es lassen die Bekannten alle grüßen.
Besonders grüßt Dich
Ewald Machelett

Frau E. Trimpop

Da ich von Ernst gern was hören möchte, sehe ich mich genötigt, Dir einige Grüße zu schicken, hoffendlich [sic] gehts E. grad so wie mir, recht gut, schreibe mir bitte mal, wie es ihm geht. Ich bin hier in der richtigen Weingegend links vom Rhein, hoffendlich [sic] geht es Dir nebst Kinder [sic] noch recht gut. Viele Grüße an Familie E. Remscheid. Viele Grüß an d. Kinder u. Dich Dein Freund Erich Schmeling.