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Meine liebe Lydia!

Gestern bekam ich von Dir keine Post, doch ein Paket mit Tabak und Cygarren. – Heute sind wir den ersten Tag wieder in vorderster Stellung. Um 5 Uhr gelangten wir wieder hier an, in unserer alten Stellung. Neues ist eigentlich gar nichts passiert. Die Urlauber sind gestern alle wieder zurückgekehrt. Husberg ist auch wieder da, er soll auch während seines Urlaubs zum Vizefeldwebel befördert sein. Die Comp. liegt direkt neben uns. Vielleicht treffe ich ihn. Die Hohenlimburger haben ihrem Schreiben nach meinen Brief nicht bekommen.
Wußtest Du schon, daß Herm Ide gefallen ist? Der war doch auch noch jung verheiratet. Auch traurig. Ich habe heute wieder meinen alten Dienst. Augenblicklich mache ich Arbeiten zu meinem Unterstande für mich und meinen Drees. Etwas will ich auch von dem Posten haben, und nicht allein für andere was machen. Beiliegend schicke ich noch mal einige Abbildungen aus meinem Dorfe nahe von Cortewilde [sic]. Hebe sie als Andenken gut auf. So ähnlich sehen hier alle Häuser aus die in dem Feuerbereich liegen, kannst Dir so eine kleine Vorstellung davon machen. Jetzt will ich den Hohenlimburgern noch einen kurzen Brief schreiben und den Muhlern den Erhalt des Paketes mitteilen. Ich übe jetzt Steilschrift wie Du siehst. Unser Comp. Chef sagt, die Schrift wäre dann leserlicher. Ich muß den ersten und den letzten Tag während der Stellung einen Bericht für das Batl. über meine Tätigkeit als Comp. Bauführer machen. Heute ist es wieder zum ersten male so recht heiß. Soll mich denn doch mal wundern, ob Emil auch noch weg muß. Nun für heute genug. Grüße mir Remscheids, Raabs, auch usnere lieben Beiden.
Besonders sei Du, allerbeste herzlichst gegrüßt und geküßt von Deinem Ernst.